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Ausstellung Galerie der Moderne, Stift Klosterneuburg 2018

Die Bildstele „Metaphorik“ verkörpert in Sinnbildern das Jahresmotto 2018 der Galerie der Moderne, das „Vom Leben. Sterben und der Suche nach Gott“ handelt. Die zusammenmontierten Tafelbilder widerspiegeln Existentielles wie auch Übersinnliches: gleichzeitig ummanteln sie einen Raum: als Seelenraum oder vielleicht als Hohlraum anzudenken, welcher im Laufe des Lebens allmählich gefüllt werden kann.

Ausstellung Schloss Hagenberg 2018

Archetypen, 1994 Ritztechnik/Karton 65x50cm

Menschenträume, 2017, Mischtechnik/Papier 21x29,7cm

Feuerbild 2007 Eitempera/Leinwand 100x100cm

Ausstellung Künstlerbund 2017
Ausstellung Stift Lilienfeld 2017

Stationen meines künstlerischen Werdeganges

Eine tiefe Beziehung zu meinem Geburtsort ist anzumerken und auf eine Besonderheit zurückzuführen. Ein Hineingeborenwerden in eine charakteristische niederösterreichische Landschaft nahe dem Sonntagberg, von dem in entferntester Weite sichtbar eine Basilika emporragt. Vielleicht vermag dieser Ort eine Verschmelzung von Natur und Kultur zu offenbaren, was auch später mein Leben maßgeblich prägt.

Begegnungen im unmittelbaren Lebensraum Natur, insbesondere dessen Bedeutung als nahezu offenes Spielfeld, bestimmen im Wesentlichen meine Kindheit. Dort liegt die Wiege meiner künstlerischen Entwicklung.

Die Landschaft als elementaren Mikrokosmos zu entdecken und zu erleben, sie mit kindlichen Augen zu betrachten, wird zu einer Inspirationsquelle spontanen Lernens sowie fantasievollen Schöpfens.

Weitere Stadien meiner kreativen Entwicklung gelten als realitätsbezogen, in denen mein Blick sowohl auf den stetigen Wandel der Natur als auch auf das wirklichkeitsgetreue Erscheinungsbild des Menschen gerichtet ist. Im Laufe der Zeit manifestiert sich durch ein Aneignen umfassender Erkenntnisse und Einsichten eine tiefe Naturschau in meiner Vorstellungswelt.

Die Natur wird in diesem Zusammenhang als temporäres Abenteuer verstanden. Ideale und erfundene Landschaften entstehen durch Transformation. Schließlich ist meine Ideensuche mit einer metaphysischen Reise zu vergleichen.

In einer langjährigen intensiven Auseinandersetzung mit der Natur ist es mir gelungen, zu einem vielschichtigen Naturverständnis zu gelangen. Der Bogen spannt sich von einer kontemplativen bis zu einer kritischen Vorstellung.

Galerie der Moderne, Stift Klosterneuburg 2016/17

Ausstellungsbeteiligung Hermine Karigl-Wagenhofer

Stelen-Installation im Kontext des Schöpfungsmythos bestehend aus den vier Objekten Menschen, Harmonie, Metaphorik, Erneuerung in Eitemperamalerei auf Leinwand, die in der Mitte des Raumes der Schöpfung symmetrisch angeordnet sind.

Bildstelen, 2012-2013

Ausstellungsbeschreibung

Vier Stelen, jeweils zusammengefügt aus Säulenbildern, die unter anderem Lebensläufe symbolisieren, stehen kontextuell im Zusammenhang mit der metaphorischen Bedeutung „Säule“ im Schöpfungshymnus des Alten Testaments. Gleichzeitig ist die malerische Bildgestaltung dieser Installation eine Inspirationsquelle für Deutungsversuche und Sinnzusammenhänge, indem Einsichten, Prozesse, Strukturen und Ambivalenzendialoge widergespiegelt werden, die Annäherungen an den Schöpfungsmythos suggerieren oder schier veranschaulichen.

Teils sind die Säulengemälde mit tiefen Kratzspuren verletzt, teils verleihen bewegte Pinselschwünge sowie überlagerte Farbschichten den Bildoberflächen einen strukturierten, prozesshaften Charakter. Die Senkrechte als das kennzeichnende Kompositionsgefüge der Gemälde wird zum Anlass für Farbverläufe in wechselseitiger Richtung nach oben und nach unten. Sie verweist auf das Säulenmodell, welches grundsätzlich durch zwei Enden charakterisiert ist. Die Säule baut auf der Erdenschwere auf und scheint in die Unendlichkeit emporzuragen, wenn sie auch einem bestimmten Maßstab entsprechend oder fragmentarisch endet. Das Säulenmotiv stellt metaphorisch die Verbindung zwischen Erde und Himmel her. Es veranschaulicht die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens.

Die Schöpfung ist der Endlichkeit unterworfen. Sie trägt nach der christlichen Lehre die Hoffnung auf Erlösung in einem ambivalenten Verhältnis in sich. In Anbetracht der Jenseitsvorstellung werden im Sinne der Synthese existentielle Gegensätze wie Unendlichkeit/ Endlichkeit, Geburt/Tod, Freude/Leid und Prozesshaftes/Statisches aufgehoben. Im christlichen Gottesbild, welches Gott als Schöpfer allen Lebens betrachtet, den Menschen in seiner Einzigartigkeit in einer Rolle der Wechselbeziehung zwischen Abhängigkeit von Gott und Autonomie erscheinen lässt, wird die Ambivalenz des leidenden Gottessohnes verkörpert – eine Inkarnation des Fleisches.

In der Kreuzestheologie stellt das Kreuz das Symbol der Lebenskraft im erschöpften Zustand dar. Schaffensprozesse sind ebenfalls dem Prinzip der Ambivalenz unterworfen.

Neben den Bezügen auf die Schöpfungshymnen (Gen 1, 1-2, 4a und Gen 2, 4b-25) verweisen die Stelen direkt auf Bibelzitate mit Säulenmetaphern, etwa auf die Wolken- und Feuersäule (Ex 13, 20-22) oder auf die symbolischen Säulen vor dem Tempel Salomon (1 Kön 7,15-22).

70. Jahresausstellung des St.Pöltner Künstlerbundes, St. Pölten
Bilder zur Ausstellung
Ausstellungsbeschreibung

Kopftrilogie 2016, je Gemälde 150x100cm, Eitempera auf Leinwand

Bei dieser Serie wird das metaphorische Aufbrechen und Durchdringen der Kopfmorphologie thematisiert. Schnitte durch die inneren Strukturen suggerieren Spiegelbilder, lassen Visionen erahnen, die hinter der Schaufassade verborgen sind. Im Kern der transparent wirkenden Erscheinungsbilder manifestieren sich Charakterköpfe. Sie strahlen nach außen...

Verein für Kunst und Kultur, Eichgraben
St. Peter an der Sperr/Stadtmuseum, Wiener Neustadt

Pressefotos

Apsis St. Peter an der Sperr

Metaphysische Szenerien 2014

Metaphysische Szenerien 2013

Pressetext

Hermine Karigl-Wagenhofers neue Ausstellung in der Kirche St. Peter an der Sperr in Wiener Neustadt markiert eine neue Wende im Schaffen der Künstlerin. Die zeitlose Eitempera-Technik wütet farbenprächtig und ignorant über das von Karigl-Wagenhofer gewählte Großformat, Landschaften, Köpfe, Formen etc., für den Betrachter unsichtbar, für die Urheberin offensichtlich: Karigl-Wagenhofers Kunst öffnet sich nicht, sie schwebt in ihrem eigenen Orbit. Wer genug Geduld und Ausdauer mitbringt, wird mit einem visuellen Erlebnis besonderer Art belohnt. Linien, Striche, Flächen, Andeutungen können alles sein, nur nicht was ihre Titel suggerieren. Das ist die Herausforderung und das ist der Grund warum es diese Ausstellung gibt. (Mag. Michaela Drescher)